Von „nett“ zu „echt“ – warum ich meinem inneren Kind mehr verdanke als jedem Trend

Es gab eine Zeit, da habe ich Tassen mit netten Sprüchen bemalt.

„Herzensfreundin“, „Beste Mama“, „Bester Papa“.

Nichts Falsches daran. Nett verkauft sich nur leider nicht besonders gut.

Vor allem nicht unter dem Jahr.

Ich habe lange gedacht, ich müsste einfach mehr Motive machen.

Mehr Auswahl, mehr Varianten, mehr „für jeden etwas“.

In Wahrheit habe ich damit mein Sortiment nur voller gemacht - aber nicht stärker.

Der Wendepunkt kam leise.

Nicht durch einen großen Plan, sondern durch ein Gefühl.

Ich merkte irgendwann:

Die Motive, bei denen ich selbst lachen musste,

die ich am liebsten für mich behalten hätte - genau die wurden besser angenommen.

Und damit begann etwas, das ich zuerst gar nicht bewusst wahrgenommen habe:

Ich hörte auf, nur „nett“ zu sein.

 

Nett kann jeder. Echt bleibt hängen.

Ich habe angefangen, frechere Motive zu machen.

Sprüche, mit denen man sich identifizieren kann.

Tassen, bei denen Menschen stehen bleiben, schmunzeln oder sagen: „Das bin ich.“

Nicht jeder mag das.

Aber die Richtigen schon.

Und plötzlich merkte ich, dass sich auch wirtschaftlich etwas veränderte.

Nicht explosionsartig, aber deutlich.

Von Jahr zu Jahr wuchs es - nicht weil ich mehr machte, sondern weil ich passender machte.

 

Der Namenswechsel war keine Marketingidee

Früher hieß mein Projekt „Sweetheart Art“.

Klang lieb. War lieb. War auch ich - aber nur ein Teil von mir.

Mit der Zeit fühlte sich der Name zu eng an.

Ich wollte Sprüche machen, die nicht geschniegelt sind.

Ich wollte meinem inneren Kind Raum geben - diesem Teil in mir, der Blödsinn im Kopf hat, der lacht, der provoziert, der nicht geschniegelt sein will.

Also wurde aus „Sweetheart Art“ Crazy Cup.

Nicht, weil es trendiger klang.

Sondern weil ich mir damit selbst erlaubt habe, ich zu sein.

 

Weniger Motive – mehr Wirkung

Ein weiterer Schritt war schwerer:

Loslassen.

Ich habe alte Motive aussortiert.

Einige im Sale verkauft.

Andere komplett entfernt.

Manche neu gestaltet, wenn der Kern noch passte.

Früher hätte ich gedacht, ich brauche ein großes Sortiment.

Heute weiß ich:

Ein stimmiges Sortiment ist wichtiger als ein volles.

 

Mein Bauchgefühl ist kein Zufall mehr

Lange habe ich gedacht, Bauchgefühl sei etwas Unzuverlässiges.

Heute weiß ich:

Es ist nur dann unzuverlässig, wenn man es ignoriert.

Ich habe gesehen, dass meine Arbeit besser ankommt, wenn ich Motive mache, hinter denen ich wirklich stehe.

Wenn ich etwas gestalte und mir denke:

„Die würde ich selbst behalten.“

Dieses Gefühl ist kein Zufall.

Es ist ein Kompass.

 

Echtheit hält länger als Gefälligkeit

Was ich gelernt habe, ist simpel, aber nicht leicht:

Nett ist nett.

Aber echt bleibt.

Wenn man nach außen zeigt,

was man innen wirklich ist, dann hat das Bestand.

Dann zieht es Menschen an, ohne dass man schreien muss.

Dann entsteht etwas, das größer ist als ein einzelnes Produkt.

Und genau deshalb male ich heute keine Tassen mehr, nur damit ich Motive im Sortiment habe.

Ich male sie, weil sie etwas ausdrücken.

Und wenn sie das tun, finden sie ihren Weg.

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